Prometheus, 2023, 150 x 282 cm, Farbstift, Pigment, Tusche, Gesso, Acryl auf Lokta Papier

Wir werden von der selben Erde getragen

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 23. April 2026, 19 Uhr

Städtische Galerie Theodor von Hörmann, Stadtplatz 11, 6460 Imst, Österreich
Begrüßung: Kulturreferentin Barbara Hauser, BEd
Zur Ausstellung: Karin Pernegger, Bakk. Komm. BA, Kunstraum Schwaz
Musik: Ensemble der Landesmusikschule Imst
Ausstellungsdauer: 24. April - 4. Juli 2026
Öffnungszeiten: Do – Sa, 14 – 18 Uhr; an Feiertagen geschlossen.
 

Mit der Ausstellung „Wir werden von derselben Erde getragen“ in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann in Imst, präsentiert Jakob Kirchmayr eine Serie teils großformatiger Arbeiten, die sich zwischen persönlicher Erinnerung, Naturerfahrung und gesellschaftlicher Reflexion bewegt.

Prometheus, der Titan der griechischen Mythologie, schenkte der Legende nach den Menschen das Feuer und entfachte damit eine soziale, kulturelle und technologische Evolution - im positiven Sinne, sowie auch mit all ihren Schattenseiten. "Die Feuergabe hat sich als fatales Geschenk erwiesen, das selbstläufig sich ins Unabsehbare steigert“, schreibt der Philosoph Peter Sloterdijk in seinem Buch "Von der Gabe des Feuers zur globalen Brandstiftung“ - So können wohl auch die multiplen Krisen unserer Gegenwart, mit ihren unzähligen Brandherden eingeordnet werden. "Die Wolken verdichten sich so sehr, dass sie den Bestand der Welt, wie Götter und Menschen sie bisher kannten, im ganzen in Frage stellt“,  schreibt Sloterdijk.

Mit seinem monumentalen, zwölf mal sechs Meter großem Werk „Spuren des Feuers“, ursprünglich als Fastentuch für die Michaelerkirche in Wien konzipiert, wird die Auseinandersetzung Jakob Kirchmayrs mit den apokalyptisch anmutenden Zuständen unserer Gegenwart deutlich. „All seinen Schmerz über Ungerechtigkeit und Zerstörung legte der Künstler in diese Arbeit und rieb in strömendem Regen Glut und Asche ins Gewebe“, schrieb Almuth Spiegler in der Zeitung Die Presse, als das Fastentuch 2024 erstmals in Wien zu sehen war. Kirchmayr fügte unlängst in einem Interview hinzu: „Als ich vor zwei Jahren die Idee zu diesem Tuch hatte, wollte ich damit ein Gefühl für die Gegenwart ausdrücken - mit all ihren Menschenrechtsverletzungen, mit den kriegerischen Auseinandersetzungen unserer Zeit und mit der vortschreitenden Zerstörung der Natur durch uns Menschen - betrachtet man die derzeitige weltpolitische Situation, war das Fastentuch wohl eher so etwas wie eine böse Vorahnung!“

Wir leben in einer von Überkonsum geprägten, lauten und brutalen Welt voller Brandherde, in der die Zerstörung der Natur durch uns Menschen in beängstigendem Tempo vorangetrieben wird - Jakob Kirchmayrs Malerei stellt hier eine Gegenposition dar. Sie erzählt von Stille, von leisen Momenten in der Natur, von Erinnerungen - von einer Welt die wunderschön, aber auch verwundbar und zerbrechlich ist. Dabei rückt Kirchmayr eine andere Beziehung zur Erde ins Zentrum - eine, die auf Intimität, Erfahrung und Gemeinschaft basiert - in der die Erde als gemeinsamer Lebensraum wahrgenommen wird. Seine Kunst wird damit zu einer Form des Widerstands gegen die instrumentelle Logik, die die Erde als Ressource behandelt.

Jakob Kirchmayrs Werk vereint Malerei, Lyrik und Naturerfahrungen zu einer künstlerischen Praxis, die sich zwischen Ökologie, Existentialismus und Systemkritik bewegt. Dazu schrieb Silvie Aigner im Kunstmagazin PARNASS: "Malerei auf Papier, ebenso expressiv wie lyrisch. Malerei, die auf ganz besondere Weise berührt und uns die Ambivalenz unserer Gegenwart vor Augen führt - in der die Schönheit der Natur, ihre Zerstörung, Freundschaft und Krieg nebeneinander existieren.“